Brandschutz auf Kreuzfahrtschiffen

Wichtig für den Brandschutz: Rettungsboote

Rettungsboote auf einem Kreuzfahrtschiff / Foto: Mi.Ti. – Fotolia

Auf Kreuzfahrtschiffen ist ein Feuer etwa das Schlimmste, was passieren kann. Das Problem ist, dass es, abgesehen von der Evakuierung des Schiffs über die Rettungsboote, keine Fluchtmöglichkeit gibt. Wie bei jedem Brand an Land auch, ist der giftige Rauch zuerst die größere Gefahr für die Passagiere, als die Flammen selbst. Die Ausbreitung des Rauchs wird zudem noch durch die Klimaanlagen begünstigt und kann blitzschnell das gesamte Schiff verräuchert haben, bevor sich die Klimaanlagen abstellen lassen.  Weiterhin ist die enorme Hitzeentwicklung ein gravierendes Problem. Die dabei erreichten Temperaturen können sogar Löcher in solide Stahl-Wände brennen.

Das nächste Problem bei Bränden auf Kreuzfahrtschiffen ist paradox, denn obwohl Wasser rund um das Schiff im Überfluss vorhanden ist, muss man sich mit dem Löschen zurückhalten. Denn das zusätzliche Gewicht des Wassers kann dazu führen, dass das Kreuzfahrtschiff sinkt. Hat ein Feuer erst einmal größere Ausmaße erreicht, lässt es sich daher nicht mehr löschen – es muss ausbrennen.

 

Rauchen an Bord

Auf einem Kreuzfahrtschiff können weggeworfene Zigarettenstummel fatale Folgen haben. Die eiserne Regel, nichts über Bord zu werfen, existiert nicht ohne Grund, denn eine glühende Zigarettenkippe kann auf dem Balkon eines tiefer gelegenen Decks landen und dort brennbares Material in Brand stecken. Der Großbrand, der 2003 auf der Star Princess ausbrach, ist zum Beispiel durch einen glühende Zigarette auf einem Passagierbalkon entstanden.

Immer mehr Kreuzfahrtgesellschaften verbieten daher das Rauchen in den Kabinen und auf den Balkonen komplett, obwohl alle Materialien an Bord längst hitzebeständig und nicht entflammbar sein müssen. Auch andere Gegenstände, die potentiell Feuergefährlich sind, wie Bügeleisen, Tauchsieder oder Haarglätter, sind auf Kreuzfahrtschiffen daher nicht genehmigt.

 

Strenger Brandschutz: SOLAS 2010

Die international einheitlichen Brandschutzvorschriften sind sehr strikt. Seit dem 1. Oktober 2010 gilt das neue internationale Abkommen zur Sicherheit in der Seefahrt, SOLA 2010, für alle Passagierschiffe mit mehr als 49 Passagieren. Diese umfasst nun auch Schiffe älteren Baujahres, die seit 2005 noch unter einer Ausnahmeklausel weiterfahren durften. SOLAS (“International Convention for Safety of Life at Sea”) besteht bereits seit 1914 und entstand in Folge des Untergangs der Titanic 1912. Seitdem wurde SOLAS regelmäßig erweitert und die Regelungen verschärft. Einige ältere Schiffe, bei denen sich die Modernisierung auf die neuen Standards nicht mehr rentiert hätte, wurden aus dem Verkehr gezogen. Zu diesen Schiffen zählt zum Beispiel die Queen Elisabeth 2.

 

Rettungsübungen sind Pflicht

Die Reedereien müssen innerhalb der ersten 24 Stunden der Kreuzfahrt eine Rettungsübung durchführen, in der den Passagieren das Verhalten im Notfall erklärt wird. Zwar gibt es viele Foren im Internet, in denen diskutiert wird, wie man sich am Besten um diese Übung drückt, aber Fakt ist, dass Passagiere mit genauen Kenntnissen der Rettungswege und der Abläufe in einem Notfall deutlich bessere Chancen haben als die Passagiere, die sich nicht entsprechend vorbereitet hatten. Bevor Sie also die Übung schwänzen, sollten Sie sich genau darüber Gedanken machen, ob Sie während eines Notfalls genügend vorbereitet sind und auch andere Passagiere durch Ihr Verhalten nicht gefährden.

 

Brände sind selten

Kreuzfahrtschiffe sind unter anderem aufgrund der strengen Brandschutzbestimmungen heutzutage sehr sicher, so dass Brände wirklich selten sind. Die meisten Brände in den letzten Jahren konnten rechtzeitig von der Crew gelöscht werden. Dennoch sollte man sich an die allgemeinen Verhaltensregeln halten um die Gefahr auch weiterhin so gering wie möglich zu halten.

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