Die Geschichte der Kreuzfahrt

Die Kreuzfahrt, die als erste der Geschichte gilt, begann am 22. Januar 1891 als die Augusta Victoria in Cuxhaven zu einer 57-tägigen Mittelmeer-Kreuzfahrt aufbrach.

Albert Ballin, der junge Direktor der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (Hapag) versuchte seinen anspruchsvollen Gästen dieselben Bequemlichkeiten anzubieten, wie in einem erstklassiges Hotel. Teil des neuen Komforts waren geräumige Kabinen (keine Stockbetten mehr), elektrisches Licht und ein Badezimmer.

Eine alte Seekarte zum Navigieren eines Schiffs. Foto: Fotolia
Eine alte Seekarte zum Navigieren eines Schiffs. Foto: Fotolia

Unter den Gästen waren Bankiers, Rittergutsbesitzer und Kommerzienräte. Der Preis für eine Tour kostete rund 2.400 Goldmark. Das Besondere an dieser Reise war, dass es sich erstmals nicht um eine Pilgerfahrt oder Passagier-/Frachtbeförderung handelte, sondern dass es um die reine Lust am Entdecken von neuen Städten ging.

Das Schiff selbst wurde generell vor allem zum Transport von Auswanderern in Richtung Amerika genutzt. Doch während der stürmischen Wintermonate lag das Schiff nur im Hafen und mit der Idee der Kreuzfahrt, konnte das Unternehmen über das ganze Jahr hinweg Geld verdienen.

So wurden mit der Zeit nicht nur die warmen Regionen, wie zum Beispiel das Mittelmeer oder die Karibik bereist, sondern auch kältere Gebiete. So organisierte das Reisebüro Thomas Cook die erste Kreuzfahrt nach Norwegen, zur Mitternachtssonne am Nordkap. Bald zog es den europäischen Adel auf viele weitere Touren ins Nordland, unter anderem erkundeten sie Spitzbergen und schossen dort Rentiere, Walrosse und Polarfüchse.

Die Pionierzeit der Kreuzfahrt endete mit dem Ersten Weltkrieg, als die Schiffe nur noch Waffen und Soldaten transportierten. Doch schon 1920 begann eine neue Ära. In den USA wurde der Verkauf von Alkohol verboten. Die englischen, deutschen und französischen Kreuzfahrtschiffe konnten weiterhin in internationalen Gewässern Alkohol servieren und so nutzten viele Amerikaner gern die Angebote der europäischen Kreuzfahrtreedereien. Als Reaktion darauf erfanden die US-Reedereien wenig später die die „Kreuzfahrt ins Nirgendwo“, bei der das Schiff ohne Ziel einfach aufs Meer in die internationalen Gewässer hinausfuhr, um nach einigen Tagen wieder zurückzukehren. Den amerikanischen Gästen bot so die Möglichkeit, eine Menge an Alkohol legal zu trinken. Die Zechtouren wurden auch noch nach dem Ende der Prohibition, 1933, fortgesetzt.

Einige deutsche Reedereien begannen Mitte der 1920er-Jahre, Kreuzfahrten auch für die Mittelklasse anzubieten. Die Kabinen waren hier jedoch etwas einfacher ausgestattet, zum Beispiel war es normal, dass eine Kabine über acht Kojen verfügte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Drittel der Passagierschiffe zerstört. Dazu kam, dass plötzlich das Flugzeug eine große Rolle in der Gesellschaft eingenommen hat. Erst ab den 70er-Jahren boomte die Branche wieder. Wahrscheinlich trug auch die Filmbranche dazu bei, denn zwischen 1976 und 1981 wurden erstmals in Amerika „Love Boat“ und in Deutschland „Traumschiff“ ausgestrahlt.

Der Boom hält bis heute an. Immer mehr Menschen wollen Ihren Urlaub auf den Weiten des Meeres verbringen, sich verschiedene Städte und Landschaften anschauen und den Luxus auf dem Schiff genießen.

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