Fliegen in Corona-Zeiten

In Zeiten von Corona gelten während des Urlaubs in verschiedenen Ländern unterschiedliche Regeln. Es gibt zwar wie zum Beispiel in der Kreuzfahrt-Branche internationale Hygiene- und Sicherheitsrichtlinien, die auch sehr wirksam sein sollen. Aber wie sieht es eigentlich mit der Sicherheit bei dem Hin- oder Rückweg zu einer Reise aus, wenn man zum Beispiel mit dem Flugzeug fliegt?

Die Luftfahrtvertreter behaupten immer wieder, dass die Luft in einem Flugzeug wie in einem Operationssaal sei. Doch stimmt das tatsächlich? Wie sicher ist ein Flugzeug während einer COVID-19-Pandemie? Für welche Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen sorgen die Flugzeuganbieter zusätzlich? Auf diese Themen und mehr werden wir in diesem Artikel eingehen.

Ein Flugzeug hebt von der Startbahn ab. Foto: Fotolia

Terminal

Die Reise beginnt schon am Flughafen, hier gelten die bekannten Hygiene- und Abstandsregelungen, wie zum Beispiel eine Mund-Nasen-Schutzpflicht oder der 1,5 Meter Mindestabstand, sofern möglich. Dort, wo Fluggäste in Kontakt mit Airport-Mitarbeitern kommen, wurde nach Möglichkeit eine Trennscheibe angebracht, vom Check-in bis zur Gepäckausgabe.

In Deutschland hat die Luftfahrtbehörde die Gäste lediglich gebeten, nur ein Handgepäckstück durch die Sicherheitskontrollen mitzunehmen. In Italien hingegen ist es gesetzlich verboten mehr als ein Handgepäckstück mit an Bord zu nehmen. Es gibt also nationale und internationale Unterschiede, wenn es um den Umgang von Sicherheitsmaßnahmen in Flughäfen geht. Dennoch haben grundsätzlich alle Flughäfen die regulierten Reinigungen erhöht und desinfizieren weiterhin regelmäßig alle Oberflächen.

Ein weiterer Hinweis für alle Fluggäste ist, dass Passagiere mit Fieber oder Symptomen einer Atemwegserkrankung nicht mitfliegen dürfen. Damit die Sicherheit der anderen Gäste und der Mitarbeiter nicht gefährdet wird.

An Bord eines Flugzeugs

Viele Airlines boarden derzeit nach bestimmten Nummern, die auf dem Boarding Pass vermerkt sind und rufen die Passagiere oder ihre Gruppen auf, sobald man an der Reihe ist. Es entstehen kleinere Gruppen, die dann versetzt an Bord des Flugzeugs gehen können. Dadurch soll ein großer Andrang von Passagieren im Gate oder auf den Gängen zum Flugzeug vermieden werden.

Am Platz selber bleibt manchmal der Mittelsitz frei, dies variiert jedoch zwischen den Fluggesellschaften. In jedem Fall gilt die Maskenpflicht im Flugzeug für alle Passagiere und für die Crew. Zusätzlich besteht meistens auch ein eingeschränkter Service an Bord. Einen kleinen Snack und zum Beispiel Wasser würden die Gäste höchstwahrscheinlich aber trotzdem erhalten.

Ein Flugzeug über den Wolken. Foto: Fotolia

Es ist sicher, dass die Luft in einer Flugzeugkabine regelmäßig ausgetauscht und gefiltert wird. Dabei kommen sogenannte Hepa-Filter zum Einsatz, die auch in den Operationssälen verbaut sein sollen. Die Hepa-Filter können neben Staub, Pollen oder Rauchpartikeln auch Aerosole, Bakterien sowie Viren aus der Luft filtern. Dennoch sollen die Anwendungsweisen in einem OP-Saal und in einem Flugzeug unterschiedlich sein. Der ausschlaggebende Unterschied ist, dass die Luft in einem Flugzeug nicht aus 100 Prozent Frischluft besteht. Je nach der Bauart werden ca. nur 50 Prozent rezirkuliert. Das bedeutet, dass ein Teil der Luft aus der Flugzeugkabine abgezweigt wird und mithilfe des Filters als gereinigte Luft neu eingeleitet werden soll.

Laut den Aussagen von Airlines und Flugzeugherstellern sollen die Hepa-Filter die gesamte Luft in den Kabinen alle zwei bis drei Minuten komplett austauschen. Diese Schutzmaßnahmen sollen vor allem vor Ansteckungen schützen, vorausgesetzt, alle Passagiere halten sich an Regeln, wie zum Beispiel des Tragens eines Mund-Nasen-Schutzes. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass in einem OP-Saal keine 150 Passagiere verweilen, sondern lediglich acht bis zehn Menschen aus dem OP-Team. Weil also im Flugzeug relativ viele Menschen auf sehr begrenztem Raum zusammensitzen, besteht trotz Masken und der Hepa-Filter ein gewisses Restrisiko sich zu infizieren.

Dennoch verweist das Robert-Koch-Institut grundsätzlich auf die gute Filterung der Luft in Flugzeugen.Experten sollen die Ansteckungsgefahr bei einem Flug mit 200 Sitzen etwa bei eins zu 1.000 angegeben haben.

Ankunft im Zielflughafen

Geht es um das Aussteigen aus dem Flugzeug ist es ratsam, mehr Geduld mitzubringen. Also erst einmal einfach sitzen bleiben, bis jeder Passagier an der Reihe ist. Nach dem Ausstieg gelten je nach Flughafen und Land unterschiedliche Regeln zu den Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Mitarbeiter und Ansprechpartner der Airlines werden in den meisten Fällen Bescheid wissen und das Einhalten der Regelungen überprüfen.

Es könnte zum Beispiel sein, dass an manchen Flughäfen die Körpertemperatur gemessen oder ein Schnelltest auf Covid-19 durchgeführt wird. Möglich ist es auch, dass bei der Einreise ein vorher ausgefülltes Dokument mitgebracht werden muss, damit die zuständigen Behörden z. B. bei einem Corona-Fall alle möglichen Infizierten ermitteln können. Die Fragen, ob bestimmte Dokumente bei der Einreise mitgebracht werden müssen, sollte nicht schwierig zu beantworten sein. Auf der Website des Auswärtigen Amtes stehen die aktuellen Informationen, bezüglich der Reise- und Sicherheitshinweisen, zu den verschiedenen Länder der Welt.

Ein Reisepass am Flughafen. Foto: x-default

Fazit

Die Behauptung, dass man sich in einem Flugzeug nicht anstecken kann, ist falsch. Ein kleines Risiko besteht wohl immer. Trotzdem weist der internationale Airline-Verband IATA darauf hin, dass das Risiko sich an Bord mit Corona zu infizieren in modernen Maschinen geringer ist, als in einem Einkaufszentrum oder in einem Großraumbüro. Wenn alle Passagiere zusätzlich die aktuellen Hygiene-Empfehlungen und Regelungen beachten, sind die Chancen sich anzustecken sehr gering.

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